Leitlinien für die Pastoral

Leitlinien für die Pastoral

St. Johannes der Täufer, Statue des Pfarrpatrons

SEHT, DAS LAMM GOTTES!

Nach einer ausführlichen Gemeindebefragung, einer Pfarrversammlung, einer Klausurtagung des Pfarrgemeinderates und unter Berücksichtigung des Diözesan-Pastoralplanes und den Anregungen von Bischof Felix Genn und Weihbischof Dieter Geerlings hat der Pfarrgemeinderat unserer Pfarrei Leitlinien für die Pastoral verabschiedet. Sie orientieren sich an einem Wort aus der Heiligen Schrift, das unserem Pfarrpatron, dem Täufer Johannes, zugeschrieben wird: "Seht, das Lamm Gottes."

 

Seht, das Lamm Gottes!“ (Joh 1, 29)
Mit diesem Ruf weist Johannes der Täufer, unser Pfarrpatron, auf Jesus Christus hin, der Heil und Leben schenkt.
- Als Pfarrgemeinde sehen auch wir darin unsere Aufgabe: Menschen auf Christus hinzuweisen, damit sie das Heil und das „Leben in Fülle“ (Joh 10, 10) erlangen. Deshalb ist die Pfarrgemeinde nicht Selbstzweck. Sie ist da, um für die Menschen – getaufte und ungetaufte – da zu sein.

- Als Pfarrgemeinde sind wir Teil der katholischen Kirche. Wir wissen uns eingebunden in die Weltkirche und das Bistum Münster. Wir sind in Einheit verbunden mit dem Heiligen Vater in Rom und dem Bischof von Münster. Das Evangelium und die Lehre der Kirche sind uns Weisung und Orientierung.

- Unsere Pfarrgemeinde erstreckt sich über alle Ortsteile von Kirchhellen. Unsere Gottesdienstorte sind die Kirchen St. Johannes d. T. (Kirchhellen), Hl. Familie (Grafenwald), St. Mariä Himmelfahrt (Feldhausen), die Kirche St. Clemens am Jugend-Kloster und die Antoniuskapelle im Krankenhaus. Wir wissen uns allen Ortsteilen verpflichtet. Alle Gottesdienstorte werden nach Kräften erhalten und gepflegt , damit sie Räume der Gottesbegegnung und der Gemeinschaft untereinander bleiben. Gleichzeitig sind sie öffentlich Zeichen der Gegenwart Gottes in unserer Welt.

- Was in den einzelnen Gemeindeteilen eine gute Tradition hat und mit Leben gefüllt ist, wird erhalten. Was die Einheit aller Gemeindeteile voranbringt, wird gefördert. Wir sehen auch, dass nicht alles aufrechterhalten werden wird, da sich die Rahmenbedingungen (z. B. Personal- und Finanzsituation) stetig ändern.

„Seht, das Lamm Gottes!“ (Joh 1, 29)
Dieser Ruf wird vom Priester in jeder Heiligen Messe ausgesprochen. Dabei hält er den Leib Christi für alle Gläubigen sichtbar in den Händen, bevor sie die Kommunion empfangen können und am Ende der Eucharistiefeier in die Welt gesandt werden, Zeugen Christi zu sein. 
- Die Feier der Eucharistie ist für unsere Pfarrgemeinde „Gipfel und Quelle“ (Vatikanum II) des christlichen Lebens. In ihr erleben wir auf besondere und tiefe Weise die Gemeinschaft mit Christus und untereinander als Leib Christi, der die Kirche ist (vgl. Kol 1, 18). Die würdige und lebendige Feier der Eucharistie liegt uns deshalb am Herzen. 

- In der Feier der Sakramente (Taufe, Eucharistie, Firmung, Beichte, Ehe, Priesterweihe, Krankensalbung) kommt Gott uns in den unterschiedlichen Lebenssituationen und Lebenswenden nahe. Seine Nähe zu feiern und die Menschen auf diese Feiern vorzubereiten, ist eine Verpflichtung, der wir uns stellen.

- Jeder Gottesdienst ist wertvoll für den Glauben der Menschen. Deshalb bieten wir unterschiedliche Gottesdienstformen an, die unterschiedliche Gruppen, Interessen und Altersstufen innerhalb der Gemeinde ansprechen. Wir sind offen für neue Formen.
- Alle sind eingeladen, sich an der Vorbereitung und Gestaltung der Gottesdienste zu beteiligen. Die liturgischen Dienste und alle, die sich beteiligen möchten, werden liturgisch ausgebildet und begleitet. Es gibt Gottesdienstformen, die von Laien geleitet werden können.

- Gott mit Gesang und mit Instrumenten zu loben, ist ein wesentlicher Bestandteil des Gottesdienstes. In unserer Pfarrei hat jedes geistliche Liedgut seine Berechtigung in den Gottesdiensten, sei es traditionell oder modern. Die Pfarrei fördert deshalb materiell und ideell die Kirchenmusiker, Chöre und Instrumentalgruppen.

„Seht, das Lamm Gottes!“ (Joh 1, 29)
Nach diesem Ruf des Täufers Johannes machen sich seine Jünger auf, Jesus Christus nachzufolgen, gehen sie in seine Lehre, werden Zeugen der Frohen Botschaft. Gemeinsam ziehen sie mit Jesus umher, das Reich Gottes zu verkünden.

Haupt- und Ehrenamtliche unserer Pfarrei versuchen gemeinsam den Glauben an die kommenden Generationen weiterzugeben. Wir öffnen Räume für die unterschiedlichen Formen der Glaubensvertiefung. Dabei sind wir offen für neue Wege und vertrauen auf das Wirken des Heiligen Geistes. Dabei leitet uns das Wort der Schrift: „Prüft alles, und behaltet das Gute.“ (1Thess 5, 21)

- Wir nehmen die unterschiedlichen Bindungen an Glaube und Kirche in unserer Pfarrei wahr. Allen sind wir gegenüber offen und laden sie ein, ihren Glauben mit uns zu teilen. Wir pflegen den Kontakt und den Austausch mit den Christen anderer Konfessionen, die hier vor Ort leben.

- Die Familie ist die Keimzelle der Gesellschaft und der Kirche. Die Familien in ihrem Glauben und in ihrer konkreten Lebenswelt zu unterstützen, ist unser Ziel. Alleinstehende, Ehelose und Kinderlose übersehen wir nicht. Wo Lebensentwürfe scheitern, verurteilen wir nicht, sondern bieten Begleitung an. 

- Alle sind eingeladen, sich mit ihren Talenten und Fähigkeiten in die Pfarrgemeinde einzubringen. Gleich in welchem Feld sie tätig sind und wie viel Zeit sie investieren, wird ihr Dienst wertgeschätzt. Bei der nötigen Qualifikation und Begleitung gibt die Pfarrgemeinde Hilfestellung. Vereine, Verbände und auch freie Gruppen haben ihren Platz in unserer Pfarrei und tragen sie mit. Alle Personen und Gruppen begegnen einander mit Wertschätzung.

- Wir informieren die Glieder der Pfarrgemeinde über alles Wichtige und Notwendige in einer transparenten Art. Die Kommunikation und Kooperation in und zwischen den verschiedenen Ebenen der Pfarrei wird stetig verbessert. Wir sind im Gespräch mit den kommunalen Stellen und Einrichtungen auf Dorfebene.

- Die Kinder und Jugendlichen sind die Zukunft der Kirche und der Gesellschaft. Wir führen sie in die Welt des Glaubens ein, überlassen ihnen genügend Freiheit und bieten unsere Begleitung an. Wir ermuntern sie, Verantwortung in der Pfarrei zu übernehmen, und nehmen ihre Anregungen ernst. Wir sind Träger von Kindertageseinrichtungen und Familienzentren. Wir unterstützen Projekte offener/aufsuchender Jugendarbeit (z. B. Philip Neri e. V.) An den hiesigen Schulen sind wir nach Kräften präsent.

„Seht, das Lamm Gottes!“ (Joh 1, 29)
Johannes weist auf das Lamm Gottes hin, „das die Sünde der Welt hinwegnimmt“. Indem er das tut, macht er deutlich, dass nicht alles heil und in Ordnung ist, dass es Ungerechtigkeit und Leid gibt. Letztlich sagt er, dass die Welt einen Erlöser braucht, den sie in Jesus Christus findet.
- Wir sind achtsam gegenüber den sozialen und persönlichen Nöten in unsere Pfarrgemeinde. Im Dialog mit den kommunalen Stellen und Verantwortlichen vor Ort suchen wir nach Lösungswegen und Hilfestellungen.

- Unser christliches Zeugnis drückt sich besonders in der Nächstenliebe aus, in der Sorge für die Armen, Kranken, Vereinsamten, Behinderten, Benachteiligten, Fremden... (vgl. Mt 25, 31-46). Wir sehen nicht auf Herkunft, Geschlecht oder Religion, wenn wir helfen. Uns verpflichtet das Wort: „Lernt, Gutes zu tun.“ (Jes 1, 17)

- Die Caritasarbeit ist uns wichtig: Dafür steht das Sozialwerk St. Johannes. Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden von uns begleitet und bei Bedarf geschult.

- Wir unterstützen nach Kräften alle Initiativen und Menschen aus unserer Pfarrgemeinde, die sich weltweit der Armen und Benachteiligten annehmen. Diese Zusammenarbeit weitet unseren Blick und gibt uns Impulse für das Leben in unserer Pfarrei.